Ich weiß, dass die Honorare guter und gefragter Hochzeitsfotografen vielen Paaren erst einmal sehr teuer vorkommen. Ich erkläre deshalb gerne, wie mein Honorar zustande kommt.

Bei einem klassischen Hochzeitsshooting entstehen erfahrungsgemäß um die 1.000 Fotos, bei einer ganztägigen Hochzeitsreportage sogar meistens deutlich mehr als 3.000 Fotos. Oft hat man viele Bilder von einer Situation. Aber keiner will später alle 25 Bilder vom Brautkuss sehen, sondern nur eins, nämlich das Beste. Und dann die Gruppenfotos. Irgendeiner hat immer die Augen zu. Nach Eurer Hochzeit fängt für mich mit der Postproduktion die Arbeit erst richtig an: Ich muss alle Bilder sichten, jedes einzeln bewerten und die schönsten heraussuchen. Diese Top-Auswahl wird dann sorgfältig optimiert; Weißabgleich, Helligkeit, Schatten, Lichter, Gradationskurven, Farbton, Sättigung, Luminanz, Schärfe und Zuschnitt müssen angepasst und unschöne Details retuschiert werden, damit jedes Foto für sich genommen schön ist und sich dennoch stimmig in die Reportage fügt. Dabei mache ich mir das Leben selbst schwer. Ich bin kein Freund davon, ein Lightroom-Preset über alle Fotos zu klatschen und weg damit! Das entspricht nicht meinen Qualitätsanforderungen. Erst die individuelle, kreative und professionelle Bildbearbeitung macht Eure Bilder zu Kunstwerken, die es kein zweites Mal gibt. Dafür muss ich dann aber auch in etwa noch einmal das zweieinhalbfache der Zeit, die ich für das Fotoshooting benötigt habe, einkalkulieren.

Und nun rechnet mal nach: Wenn ich Eure Hochzeit den ganzen Tag begleite und dafür 1.900 € berechne, gehen erst einmal 19 % davon als Umsatzsteuerans Finanzamt. Bleiben 1.539,00 €. Mal angenommen, ich habe von morgens Neun bis Mitternacht für Euch Fotos gemacht,

dann sind das 15 Stunden (Fahrtzeit etc. vergessen wir mal bei dieser Rechnung). Plus 40 Stunden für die Postproduktion gerechnet, sind das 55 Arbeitsstunden – macht einen Stundenlohn von weniger als 30,00 €. Und wir haben noch nicht von all den anderen Kosten gesprochen, die ein Fotografendasein mit sich bringt. Allein mein Fotoequipment kommt locker auf den Preis eines Mittelklassewagens…

Und noch ein Wort zur Bildbearbeitung

Wenn die Aufnahmen im Kasten waren, haben sich Fotografen früher in ihre Dunkelkammer zurückgezogen und mit diversen Chemikalien herumhantiert, um Negative zu entwickeln und Papierabzüge zu fertigen.

Die digitale Fotografie vereinfacht heute vieles. Aber selbst wenn ich als Fotograf meine wichtigste Aufgabe ganz traditionell noch immer darin sehe, schon bei Eurer Hochzeit vor Ort technisch perfekte und künstlerisch anspruchsvolle, ausdrucksstarke Bild aufzunehmen, so ist die Arbeit des Fotografen nach dem Fotoshooting noch immer der aufwendigste Teil seiner Arbeit. Denn erst in der nachträglichen, aufwendigen, professionellen Bildbearbeitung erhalten die Bilder ihren ganz eigenen, künstlerischen Stil.

Ich bevorzuge, dass diese „Eingriffe“ das Bild so unauffällig verschönern, dass es nie seinen natürlichen Charakter verliert. Dennoch experimentiere ich gerne auch mal lustvoll mit ausgewählten Bildern, um ihnen eine sehr viel extreme Bildsprache zu verleihen, die einen ganz eigenen Reiz hat. (v.a. für großflächige Bildabzüge, Kalender etc.).Ich berate Euch dazu gerne! Auch zu Fotobüchern, Abzügen auf Leinwand, Diashows etc.

Ich schreibe es mal als Kleingedrucktes: Wenn Ihr Euch das wirklich nicht leisten könnt, weil ihr zum Beispiel arbeitslos seit, das ist keine Schande, jeder kann in solche Situation kommen – ich war es in der Corona-Pandemie auch. Kontaktiert mich ruhig dennoch, und wir schauen, was ich machen kann.